![]() | Vorgeschichte: Es begann ganz zufällig, als Gerhard H. vom Donauturmzurückkehrte. Er meinte ganz nebenbei, kurz zur Sprungplattformhinuntergesehen zu haben, aber soetwas nicht zu wagen. Auf meineAntwort, was schon dabei wäre, gings dann los. ´Was, du würdest dich das trauen?´ ´Warum nicht?´ ´Und warum bistdu noch nicht gesprungen?´ ´Bei den Preisen?´ Einige Zeit später: ´Und was, wenn du nicht alles zahlen musst?´´Wie stellst du dir das vor?´ ´Es finden sich bestimmt genugLeute, die das sehen wollen. Wenn jeder zehn Euro hergibt, gehtsich das schon aus. Unsere Gruppe ist sicher dabei und auch derTD.´ ´Wenn du meinst, ..." "Na gut. Dann müssen wir aber sichersein, daß du springst. Wir schreiben einen Vertrag.´ ´Von miraus ...´ In dieser Zeit entsteht auch die witzigeVorseitezur jetzt besuchten Echt-Seite. Nach einigen Tagen: ´Deine zehn Euro fehlen noch.´ ´Gut, dahast.´ ´Jetzt muß ich bald anmelden. Es gibt jetzt einSonderangebot.´ ´Welches? Ohne Gummi zu halben Preis?´´Geburtstagsangebot. 1 Jahr Donauturm-Bungee. Nur 69 Euro. Jetztgeht es sich sicher aus. Welchen Termin willst du?´ ´Mir egal.´´Na gut, dann such ich einen, wo ich kein Festl hab.´ Nach einigen Terminänderungen und Telefonaten stand dann dasDatum fest. |
![]() | Gerhard V. hielt beharrlich den Dienstbetrieb aufrecht und versäumte damit nicht nur das Ereignis, sondern auch den anschließenden gemütlichen Ausklang. Zu dessen Glück gibt es aber nette Mitarbeiter, die eine Kamera dabeihaben und ihn teilhaben lassen. Ebenso der folgende |
![]() | Tagesverlauf: Diesen Sonntag wollte ich mich mal gründlich ausschlafen. Den Tagnoch bis zum großen Treffen mit den Mitzahlern um halb Fünfnutzen. Doch schon am frühen Morgen weckt mich mein jüngererSohn. Er teilt mir mit, dass der Ältere vom Krankenhausangerufen hat (seit gestern dort in Behandlung), ich soll sofortvorbeikommen. Ich suche alles zusammen, was er noch benötigtbzw. noch haben will. Derzeit ist er allein im Zimmer (zu fad),daher Radio. Außerdem (was er nicht will) Schulzeug,Zahnbürste ... Heim komme ich dann hungrig am Nachmittag und schlage mir mal denBauch voll während meine Frau sich für die Besuchszeitvorbereitet und die gewünschten Kassetten und CD´s und nochReservewäsche als Ersatz für die heimgebrachte Schmutzwäscheeinpackt. In der Zwischenzeit entleere ich meine Taschen in Hemd und Hose,um während des Sprunges nicht zu viel aufbewahren zu lassen.Nur mit Ausweis und Wohnungsschlüssel ´bewaffnet´ mache ich michauf den Weg. In Vorahnung auf die anschließende Zusammenkunftwird öffentliches Verkehrsmittel verwendet. Beim Eintreffen nach Verdauungsspaziergang durch den Donauparksehe ich bereits den ersten Kollegen nach seiner längerenAbwesenheit mitsamt Gattin und Kind. Obwohl ich etwas verspäteteingetroffen bin, sind wir noch allein. Einige drehen schonRunde um Runde auf Parkplatzsuche. Meine Vorahnung war bestätigt. Mit der Zeit traf dann auch der Rest ein, bis auf die notorischenVerweigerer und Spätkommer. Dann gings zur Anmeldung und Abwage. 67 Kilo, seit Jahr(zehnt)enkonstant. Mit Liftkarte und Videokassette schaue ich noch einemSprung zu und dann gehts zum Aufzug. Der Weg ist mir ausberuflichen Gründen bekannt, nur steige ich diesmal schon bei derAussichtsplattform aus. Dort stehen schon etliche Leute hintereiner Absperrung, in roter Kleidung. Mit der Zeit bekomme ichmit, wer zum Personal gehört und wer zu den Springern. Zwei Mannstehen auf der Absprungrampe und bereiten den Sprung vor, eineDame als Vorhut nimmt die Springwilligen in Empfang. Dabei wirdzuerst ein Sicherungsgerüst (wie es Bergsteiger beim Abseilentragen) angelegt, dann wird ein passender Overall gewählt.Während der angelegt wird, hat die Dame für das Filmen derSpringer Zeit. Kaum hat man sich rot verkleidet, werden dieBeinmanschetten angelegt und festgezogen. Dann heißt es warten,bis man drankommt.Drei Springer sind noch vor mir, außerdem muss noch dazwischendas Gummiseil gewechselt werden. Ein Seil ist für Personen mitgeringem Gewicht ab 50 Kilo. Von 80 bis 120 Kilo wird das zweiteSeil verwendet. Die Manschetten sind so fest gezogen, dass mir schon die Füßetaub werden. Noch immer sind zwei Springer vor mir. Einer kannsich nicht überwinden und hält sich im letzten Augenblick nochfest. Diesmal soll er die Hände anders halten, damit er nichtmehr so leicht den Haltegriff erreicht. Beim neuerlichenCountdown wird mit leichtem Druck auf den Rücken nachgeholfen. |
![]() Video 1 (Turm) Video 2 (René) | Sprungbericht: Doch dann ist es soweit. Noch einmal werde ich gewogen,mit der Ausrüstung sind es 72 Kilo. Dann geht alles sehr schnell.Rauf auf die Rampe, Sicherungsseil zu dem der Mannschaftgeklinkt. Nach vor gehen zur Sprungplattform. Während einer dasGummiseil an den Fußmannschetten befestigt und als Sicherung mitdem Körpergerüst verbindet, erklärt mir der andere dieVorgangsweise. Die Hände sollen über den Kopf, der Körper sollgestreckt bleiben. Dann gehts auch schon los. Das Gummiseil wirdhinabgelassen, es zerrt an den Beinen. Nach vor zur Kante, sodass der Vorderteil der Füße über die Kante stehen. Dabeischweift der Blick hinunter - ein schaurig schönes Gefühl. Dahinab soll ich springen? Ich wollte es ja! Im Hintergrund höreich: ´Die Hände über den Kopf´ und dann die Mannschaft zählen:´Drei, zwei, eins, Bungee!´ Langsam lasse ich mich nach vorneins leere fallen... Oft schon habe ich in meiner Jugend und auch jetzt mit denKindern verschiedenste Prater-Attraktionen, Hochschaubahnen,Kreiseldinger mit verschiedensten Schwerkrafttricks, Loopingsetc. getestet. Kurz schwerelos ist man da immer wieder. Jedochist das alles kein Vergleich mit so einem Sprung. Den kann mannicht erklären. Das muss man wirklich selbst erleben. Wenn dustolperst, fängst du dich in Bruchteilen einer Sekunde wiederauf oder fällst hin. Das aber ist ein andauerndes fallen, ewignicht aufhörend. Ein Traum. Für manche wahrscheinlich auch einAlptraum. Die springen aber auch nie. ... Der Wind weht mir um die Ohren, dann werden die Füßehochgerissen und das Gummiseil bremst den Fall. Nach kurzem Haltwerde Ich wieder hochgeschleudert und treibe noch einmalschwerelos im Weltall. Diesmal dreht es mich etwas und ich kanndie Gegend bewundern. Bin nicht mehr zugeschüttet mit neuenEindrücken und habe wieder eigene Gedanken. Wie es mich wiederin das Gummiseil drückt, werde ich voll in eine Kreiselbewegungversetzt. Jetzt weiß ich nicht mehr, wo oben und unten oderlinks und rechts ist. Mit der Aussicht ist es vorbei und ichgebe mich meinen neuen Eindrücken hin. Bei der Überlegung, wasich gegen die Drehung tun könnte, fallen mir die Eiskunstläuferein. Sie strecken die Gliedmaßen aus und bremsen damit denDrehschwung. Während ich das auch versuche - nur die Händesind habend - höre ich auch schon die Rufe des Bodenpersonals.Auch sie raten mir das Ausstrecken. Es hilft nicht sehr viel,aber der Richtungssinn ist wieder da. Während ich noch leichtauf- und abpendle, werde ich abgeseilt und vom Personalaufgefangen. Das Seil wird gelöst und ich wanke schwindlig aufden Rand der Luftmatte zu. Am Rand hinuntergerutscht, denKollegen zugewunken und dann von den Kleidern und Gurten befreit.In der Zwischenzeit versorgen die ´Rotröcke´ das Seil und eswird in einem Rucksack mein Video herabgelassen und meineVerkleidung hochgezogen. Nach Überreichung der Kassette undVerabschidung ist alles vorbei. |
![]() ![]() | Ich bin so gut aufgelegt, dass ich sofort noch einmal springenwürde. Jetzt, da ich dies schreibe und schon drei Tage vorübersind, geht´s mir noch immer so. Ein bleibender Eindruck! Im Anschluss wurde noch ein Lokal aufgesucht, wo einige Biere dieKehle hinunterflossen. Doch dann gings auf nach Haue, schließlichläutet um halb sechs Uhr früh der Wecker und die Arbeit ruft. |
